Freiw. Feuerwehr

Netz005Die Arbeit eines Feuerwehrmannes unter Atemschutz ist mit großen Risiken verbunden und nicht ganz stressfrei. Daher ist eine gute Ausbildung umso wichtiger. Daher starteten die Atemschutzgeräteträger (AGT) der FF Baustert schon einmal vor 2 Jahren eine Exkursion zur Berufsfeuerwehr nach Düsseldorf, um sich in deren neuem Übungszentrum fortbilden zu lassen und unter Realbedingungen zu üben.

Das kam so gut an, dass man sich in diesem Jahr noch einmal auf den Weg zu einer solchen Fortbildung nach Düsseldorf machte. Allerdings nicht zur Berufsfeuerwehr, sondern zur Fa. HEAT. Die im Düsseldorfer Hafen ansässige Firma hat sich dort auf die Ausbildung von AGT spezialisiert. In ausgemusterten Überseecontainern, die zu Modulen zusammen gebaut sind, wird mit brennenden Holzpaletten eine Umgebung geschaffen, die einem Realbrand sehr nahe kommt. Mit Temparaturen von über 500°C und massiver Rauchentwicklung werden jeweils zwei Feuerwehrmänner unter der Anleitung eines Trainers in die Container geschickt, um Menschen zu retten und Brände zu löschen.

Dies ist ein sehr anspruchsvolles Unterfangen. Es muss auf viele Kleinigkeiten geachtet werden, wie zum Beispiel das richtige Vorgehen unter Nullsicht, das Absuchen von Räumlichkeiten bei der Suche nach Vermissten, Treppen hinunter steigen, das Deuten des Qualmes, der je nach Beschaffenheit und Fließverhalten auf eine Durchzündung hinweisen kann, Öffnen von verschlossenen Türen, hinter denen ein Inferno tobt, und das alles ohne sich in Gefahr zu bringen, und vieles mehr! Außerdem der richtige Umgang mit dem Hohlstrahlrohr. Dieses Hohlstrahlrohr ist für eine dosierte und wirkungsvolle Abgabe von Löschwasser entwickelt worden. Man will ja ein Feuer so effektiv wie möglich bekämpfen, ohne jedoch eine Überschwemmung im Gebäude zu provozieren. Daher wird einem Hohlstrahlrohr das Löschwasser in so kleine Tröpfchen gespalten, das eine möglichst große Oberfläche entsteht. So kann das Löschwasser am meisten Wärme aufnehmen, was dann zum bestmöglichen Löscherfolg führt bei möglichst geringem Löschwassereinsatz. Dabei gibt es am Hohlstrahlrohr sehr viele Einstellmöglichkeiten hinsichtlich Strahlform und Wassermenge, die zusätzlich noch für einen optimalen Schutz der Wehrleute bei einer Rauchgasdurchzündung sorgen.

Bei einem Innenangriff tragen die AGT eine Ausrüstung in Form einer Hochleistungs-uniform. Diese speziellen Jacken und Hosen bestehen aus Materialien, die Temperaturen von mehreren Hundert Grad für eine gewisse Zeit standhalten. Dabei verhindern sie gleichzeitig das Eindringen von Feuchtigkeit und Nässe, leiten aber den Körperschweiß nach außen ab. Natürlich ist auf das richtige Anlegen und den Umgang und  die Pflege sehr zu achten. Komplettiert wird die Uniform im Wert von ca. 500,-€ noch mit einem Helm, einer Atemschutzmaske, einer Flammschutzhaube, Feuerwehrstiefel und einem Atemschutzgerät, so dass man auf ein Gesamtgewicht von ca. 30kg kommt, was der Feuerwehrmann am Körper zu tragen hat.

Dann kommen noch Funkgerät, Lampen eine Feuerwehraxt und eine Feuerwehrleine, sowie das mit Wasser gefüllte Schlauchmaterial und ein Hohlstrahlrohr dazu. Und zu guter Letzt muss man damit auch noch richtig schwere körperliche Arbeit bei sehr hohen Temperaturen und null Sicht verrichten.

Dass dabei körperliche Fitness und eine sehr gute Gesundheit unabdingbar sind ist klar. Daher muss jeder AGT seine Fitness einmal jährlich auf einer Übungsstrecke unter Beweis stellen und den Umgang mit der Ausrüstung ständig üben, was überwiegend in seiner Einheit oder an solchen Ausbildungsstätten wie bei HEAT passiert. Dazu muss er sich alle 3 Jahre, bei über 50-jährigen jedes Jahr, einer sogenannten G26-Untersuchung bei einem dafür zugelassenen Arzt unterziehen. Diese beinhaltet neben den üblichen Untersuchungen wie Sehtest, Hörtest, Blut- und Urinuntersuchung, auch ein Belastungs-EKG. Die dabei zu verrichtende Leistung wird individuell auf jeden einzelnen angepasst und richtet sich nach dem Körpergewicht. Je schwerer man ist, desto mehr Leistung muss man erbringen. Dabei sitzt man auf einem Hometrainer und radelt die vorgegebenen Leistungsstufen ab. EKG und Blutdruck werden dabei ständig gemessen.

Die Erfüllung dieser Vorgaben ist ein absolutes Muss für jeden AGT und Voraussetzung zur Teilnahme an diesen Ausbildungen.

Wir starteten in Düsseldorf morgens um 07:30 Uhr und jeder von uns musste zwei Stationen durchlaufen, das heißt zweimal 25 Minuten Höchstleistung. Entsprechend platt waren alle, als die Ausbildung gegen 14:00 Uhr beendet war.

Die Teilnehmer kamen dabei nicht nur aus Baustert. Um die Maximalzahl von 12 Teilnehmern auszufüllen, erklärten sich noch jeweils 2 Kameraden der FF Malbergweich und Fließem bereit, mitzufahren. Die Kosten in Höhe von über 3200,-€ für dieses Tagesseminar wurden nur zum Teil von der VG Bitburger Land übernommen. Der Rest wurde überwiegend von den Fördervereinen aber auch teilweise aus eigenen Mitteln finanziert.

Sie sehen also, hinter einer gut ausgebildeten Feuerwehr steckt sehr viel Arbeit, Geld, Fleiß und Idealismus.

Ein herzliches Dankeschön geht dabei auch an den Atemschutzservice nach Sülm, der uns begleitete und uns mit Atemschutzgeräten und Masken ausgestattet hat.

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